Auch, wenn es nur drei Wochen pause waren kommt es mir wie eine Ewigkeit vor, seit ich das letzte Mal im Kostüm gestanden bin. Nach dem ich die Arbeit so gegen 15 Uhr verlassen hatte holte ich noch schnell das Auto, packte zu Hause noch meine Sachen und den Phis ein und war knapp vor 16 Uhr am Platz.
Als ich ankam stand der Manfred gerade selbst im Kostüm und arbeitete einen Hund. Nachdem er die Saskia gearbeitet hatte war meine alte Bekannte die Vicky an der Reihe und ich machte mich fertig. In der Eile hatte ich wieder einmal die lange Radlerhose vergessen und nur die kurze Hose mit – Notiz an mich selbst: „Radlerhose zum Suspensorium und den Fußballschuhen in meine Figurier-Beutel geben“.
Die Arbeit mit der Vicky stellte sich, wie auch nicht anders erwartet, als nicht besonders stressig dar. Sie war schnell durchgearbeitet – ohne die Nebenerscheinung wie zB blaue Flecken oder Ähnliches. Danach besprachen wir wer noch drankommen würde und beschlossen, dass ich den „grauen“ Schäfer mit dem Ärmel und der Patrick den Jüngeren am Kostüm arbeiten werde.
Somit gab ich das Kostüm wieder ab und arbeitete mit dem Schäfer einige Fluchten auf dem Ärmel jeweils mit abschließender Beutebestätigung. Der Junge, der auf den Patrick angesetzt wurde, war schon etwas aufwändiger zu Arbeiten, da er nicht nur sehr verspielt war sondern auch vom Ausbildungsgrad noch am Anfang steht. Bei dem steht wohl zu Hause für die nächsten Wochen ein Training mit der Trillerpfeife an, denn „Hier!“ bedeutet nun mal herkommen und nicht wieder zum Figuranten zurücklaufen.
Während der Manfred dem Patrick und mir die Arbeit mit einem anderen Junghund erklärte kam unser bzw. mein zukünftiger Peiniger an. Ein wenig später standen der Klaus und ich im Kostüm. Der Klaus war als erster dran und ließ ihn dreimal am K9 Kostüm beißen. Ich hatte mangels stärkerer Ausrüstung das Kostüm vom Manfred an, welches doch eindeutig zu den der leichteren Klasse zählt.
Bei der ersten Attacke von vorne mit den liegenden Fässern (Regentonnen) als kleines Hindernis stellte sich bereits heraus, dass dieser Hund zu den kräftigeren Beißern zählt. Die Energie mit dem Bein herauszunehmen war nahezu unmöglich, da er nicht auf den Unterschenkel sondern auf das obere Ende des Oberschenkels ging. Es gibt Situationen, wo man das Suspensorium sehr, sehr zu schätzen lernt – dies war definitiv eine dieser Situationen.
Mit leichten schmerzen am Oberschenkel war der Plan näher an den liegenden Fässern stehen zu bleiben und den Kerl den Oberkörper anzunehmen. Weit gefehlt – er hatte sich die Stelle von vorhin gemerkt und steuerte diese auch wieder Zielstrebig an. Jetzt begann es langsam weh zu tun…
Beim dritten Versuch wollten wir ihn oben beißen sehen und stellten die Fässer auf – er sprang ohne mit der Wimper zu zucken über die Fässer und ging im Flug sehr schön auf den angebotenen rechten Arm in den Griff. Beim Arm war aufgrund meines größren Bewegungsradiuses deutlich einfacher zu kontrollieren. Daher schaffte ich es aus diesem Manöver ohne Andenken herauszugehen.
Zum Abschluss meiner Singletätigkeit mit ihm kam noch ein wenig Escorte wo er bei nahezu jeder Flucht wieder versuchte die Stelle des ersten Anbisses zu finden, was ihm bei den ca. sechs Fluchtversuchen auch zweimal gelang. Jetzt spürte ich die aufkommenden blauen Flecken am Oberschenkel schon deutlicher – aber vermutlich werden sich diese zu einem großen vereinen.
Bei der Führerverteidigung übergab ich die Ehre des Anbisses an den Patrick, da er mit der deutlich stärker gepolsterten K9 Hose sicherlich leichter die Angriffe ohne Blessuren davon zu tragen überstehen würde. Nachdem meine Arbeit als „Ablenkungsfigurant“ getan war arbeitete Patrick mit dem Kerl noch ein paar Anbisse ehe der wie ich erfuhr doch schon acht Jahre alte Rüde wieder „frei“ hatte.
Tags: Escorte, Figurant, Flucht, Malinois, Mondioring, Schäfer


Juli 17th, 2008 at 1:23
AUA (und ich meine nicht die fluglinie)